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Hohe Ansprechrate nach chemofreier Triplettherapie

Falchi L et al., Januar 2026 - Obgleich die Immunchemotherapie (ICT) als Standard zur Behandlung des follikulären Lymphoms (FL) gilt, bleibt der Bedarf an chemofreien Schemata, die bei rezidivierenden oder refraktären Verläufen dauerhafte Ansprechen bewirken können. Falchi et al. haben daher die Triplettherapie aus Epcoritamab, Lenalidomid und Rituximab mit Lenalidomid und Rituximab (R2) verglichen und kommen in einer Phase-III-Studie zu einem positiven Ergebnis.
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Fazit

In dieser offenen Phase-III-Studie mit Patient*innen mit rezidiviertem oder refraktärem follikulärem Lymphom führte die Behandlung mit Epcoritamab plus R2 im Vergleich zu R2 zu einer signifikant höheren Ansprechrate und einem längeren progressionsfreien Überleben. Nach Ansicht der Autor*innen etablieren diese Ergebnisse somit Epcoritamab plus R2 als neuen chemofreien Behandlungsstandard für die Zweit- oder Folgetherapie des follikulären Lymphoms.

Die Kombination aus Lenalidomid und Rituximab (R2) gilt als etablierter Therapiestandard bei Patient*innen mit rezidivierenden oder refraktären Verläufen eines FL und bietet ferner eine chemofreie Alternative zur ICT. Da allerdings nicht alle Behandelten auf R2 ansprechen, haben Falchi et al. nun Sicherheit und Wirksamkeit einer Triplettherapie mit R2 und dem bispezifischen Antikörper Epcoritamab im Vergleich zu R2 untersucht.

Die offene Phase-III-Studie EPCORE FL-1 fand in 189 Zentren in 30 Ländern statt. Geeignete Patient*innen hatten die Diagnose eines rezidivierenden oder refraktären FL nach mindestens einer vorangegangenen ICT. Diese erhielten dann im Verhältnis 1:1 entweder einer Behandlung mit Epcoritamab plus R2 über einen festgelegten Zeitraum oder mit R2 für bis zu 12 Zyklen.

Die Behandlung mit Epcoritamab erfolgte dabei in den Zyklen 1–3 wöchentlich und in den Zyklen 4–12 im Abstand von 4 Wochen. Lenalidomid wurde zudem während der Zyklen 1–12 jeweils einmal täglich an den Tagen 1–21 und Rituximab während des 1. Zyklus wöchentlich sowie in den Zyklen 2–5 monatlich verabreicht.

Als primäre Endpunkte definierte das Forschungsteam schließlich die Gesamtansprechrate und das progressionsfreie Überleben, jeweils beurteilt durch ein unabhängiges Prüfungsgremium. Sekundäre Endpunkte waren die Komplettremissionsrate (CR), die Zeit bis zur nächsten Therapie sowie das Sicherheitsprofil. Die hier zusammengefasste Publikation berichtete dabei über Daten aus einer geplanten Zwischenanalyse, die nach Eintritt von 78% der für das progressionsfreie Überleben relevanten Ereignisse erfolgte.

 

Beherrschbare Nebenwirkungen

Von zunächst 668 untersuchten FL-Patient*innen konnten 488 bei der Randomisierung berücksichtigt werden, 234 in der Gruppe mit Triplettherapie und 245 mit R2-Behandlung. Sie waren – je nach Gruppenzugehörigkeit – im Mittel 60 und 63 Jahre alt mit einem Anteil weiblicher Personen von 43 und 44 %. Mit 52 und 49 % handelte es sich in beiden Gruppen am häufigsten um ein FL 2. Grades, jeweils 54 % befanden sich im Ann-Arbor-Stadium IV.

Im Hauptergebnis erreichte die Studie die primären Endpunkte und zeigte eine Überlegenheit von Epcoritamab plus R2 gegenüber R2 hinsichtlich der Gesamtansprechrate und des progressionsfreien Überlebens. So lag die Gesamtansprechrate unter Epcoritamab plus R2 nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 14,8 Monaten bei 95 % im Vergleich zu nur 79 % unter R2. Darüber hinaus sprach auch die geschätzte Rate für das progressionsfreie Überleben nach 16 Monaten für Epcoritamab plus R2 mit 85,5 vs. 40,2 %. Im Gegensatz dazu traten unerwünschte Ereignisse des Grades 3 oder höher unter Epcoritamab plus R2 häufiger auf, waren aber therapeutisch beherrschbar.

Falchi et al. kommen daher zu dem Schluss, dass bei Patient*innen mit rezidiviertem oder refraktärem FL die Behandlung mit Epcoritamab plus R2 im Vergleich zu R2 zu einer signifikant höheren Ansprechrate und einem längeren progressionsfreien Überleben bei beherrschbaren Nebenwirkungen führe. Sie betrachten diese Ergebnisse daher als Etablierung der Triplettherapie als neuen chemofreien Therapiestandard in dieser Patient*innengruppe.