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Bispezifischer Antikörper in der Erstlinientherapie des Follikulären Lymphoms

Vitolo, U et al., 04. August 2026 - Eine Immunchemotherapie mit Bendamustin und Rituximab (BR) führt bei follikulärem Lymphom (FL) zu hohen Ansprechraten. Eine wirksame chemotherapiefreie Alternative in der Erstlinientherapie ist Lenalidomid plus Rituximab (R2). Beide Optionen stellen keine kurative Therapie dar, es kommt in der Regel zu Rezidiven.
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Fazit

Die Therapieergebnisse der Kombination von Epcoritamab plus BR fallen im Vergleich zu BR günstig aus. Die Ergebnisse müssen in größeren Studien bestätigt werden. Wichtig für die Entscheidung für eine solche Therapie ist die Prüfung, welche Patient*innen für diese Kombination geeignet sind, betonen die Autor*innen. Epcoritamab wird aktuell unter anderem auch in Kombination mit R2 untersucht.

Im Arm 3 der Phase-Ib/II-Studie EPCORE NHL-2 wurden Patient*innen mit neu diagnostiziertem FL mit dem subkutan verabreichten CD3×CD20 bispezifischen Antikörper Epcoritamab in Kombination mit BR behandelt. Einschlusskriterien waren ein nicht systemisch vorbehandeltes FL im Stadium 1–3A, eine CD20-positive Erkrankung nach repräsentativer Biopsie, eine messbare Erkrankung in der Bildgebung, ein ECOG-Performance-Status von 0–2 und ein Behandlungsbedarf aufgrund von Symptomen oder Krankheitslast. Die kombinierte Therapie erfolgte mit 6 Zyklen BR plus Epcoritamab in ansteigenden Dosierungen gefolgt von einer maximal 2 Jahre langen Erhaltungstherapie mit Epcoritamab. Die Studiengruppe um Umberto Vitolo vom Candiolo Cancer Institute der Fondazione del Piemonte per l’Oncologia-IRCCS Candiolo in Turin (Italien) berichteten 3-Jahres-Ergebnisse der Kohorte von 25 Patient*innen, die Epcoritimab plus BR und nachfolgend bis zu 2 Jahre Epcoritamab als Monotherapie erhalten hatten. Die mediane Beobachtungsdauer in der Analyse lag bei 41,3 Monaten.

 

Ergebnisse

Sowohl die beste Gesamtansprechrate (ORR) als auch die Rate eines Komplettansprechens (CR) lag in der Kohorte jeweils bei 96 %. Die mediane Zeit bis zum Erreichen einer CR betrug 1,5 Monate (Spanne: 1–6 Monate). Zum 3-Jahres-Zeitpunkt war bei 87 % der Patient*innen mit einem Ansprechen auf die Therapie die CR weiter erhalten geblieben.

Hohe CR-Raten wurden auch in wichtigen Subgruppen beobachtet, so 100 % (7/7) bei Patient*innen mit Lymphomkonglomeraten ≥7 cm („bulky disease“), 93 % (13/14) bei denjenigen mit einem Wert ≥3 nach dem Follicular Lymphoma International Prognostic Index (FLIPI) und 100 % (12/12) in der Subgruppe mit Knochenmarksbeteiligung.

Die 3-Jahres-Rate des progressionsfreien Überlebens lag bei 83 %, die 3-Jahres-Rate des Gesamtüberlebens bei 96%. Einen frühen Progress innerhalb von 24 Monaten nach Therapiebeginn (POD24) erlitten 3 Patient*innen.

Die Sicherheitsdaten entsprachen dem von den Wirkstoffen Bekannten. Es traten keine hochgradigen Zytokinfreisetzungssyndrome (CRS) und keinerlei Immuneffektorzell-assoziierte Neurotoxizitätssyndrome (ICANS) auf. Infektionen waren mit 92 % häufig. Die Studie fiel in die SARS-CoV-2-Pandemie, die häufigste Infektion war entsprechend eine COVID-19-Erkrankung (84 %).